Oberflächengewässer

"Es gibt kein Leben ohne Wasser. Es ist ein wertvolles und unentbehrliches Gut für jegliche Betätigung des Menschen." (Europäische Wassercharta)
Schifflache-Großauheim

Schifflache in Großauheim

Wasser und Gewässer in Hanau – ein kurzer Überblick
Hanau liegt in einer vielfältigen Landschaft, durch die mehrere Gewässer fließen. Besonders prägend sind die Flüsse Main und Kinzig, die das Stadtgebiet durchqueren und das Leben in Hanau seit jeher beeinflussen. Diese Flüsse sind Teil eines großen Wasser- und Lebensraums, der auch zahlreiche kleinere Bäche und Grundwasserleiter umfasst.
Der Main bildet im Süden Hanaus eine wichtige natürliche Grenze und ist einer der größten Flüsse Hessens. Die Kinzig fließt aus dem Osten in den Main und prägt mit ihrem Wasserhaushalt und den angrenzenden Überschwemmungsflächen das lokale Ökosystem. Beide Flüsse spielen eine wichtige Rolle für den Hochwasserschutz, die Freizeitgestaltung und die Versorgung mit Trinkwasser.
Zahlreiche kleinere Bäche und Zuflüsse tragen in Hanau zur Vielfalt der Wasserlandschaft bei und schaffen Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Die Qualität und der Schutz dieser Gewässer sind deshalb von großer Bedeutung.
Wie viele Gewässer in Ballungsräumen sind auch die Flüsse und Seen in Hanau durch Siedlungsdruck, Verkehr und Industrie belastet. Umso wichtiger ist ein effektiver Wasserschutz, der Verschmutzungen vermeidet, die Wasserqualität sichert und die natürliche Vielfalt erhält. Die untere Wasser- und Bodenschutzbehörde setzt sich aktiv für den Schutz, die Renaturierung und nachhaltige Nutzung der Gewässer in Hanau ein.
Für die Entnahme von Wasser aus einem oberirdischen Gewässer sowie für die Kreuzung eines oberirdischen Gewässers im Rahmen eines Bauvorhabens ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich.

Die für die Beantragung erforderlichen Unterlagen sind in den jeweiligen Merkblättern aufgeführt. Die Merkblätter finden Sie auf unserer Seite hanau-digital.de:
 
  • Merkblatt Gewässerkreuzung
  • Merkblatt Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern

Gewässerrenaturierungen in Hanau
Auch in Hanau werden Gewässer renaturiert – nicht nur zur ökologischen Aufwertung, sondern auch zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben wie der EU-Wasserrahmenrichtlinie. 
Die Stadt Hanau hat Ende 2014 einen Teil des Hellenbachs naturnah umgestaltet.

Mit diesen hier dargestellten Arbeiten sollen langfristig die Gewässerstruktur und Gewässerqualität verbessert werden.
Vorausgegangen waren längere Abstimmungen mit Bürgern, Behörden und Fachbüros.

Optimierung des Regenüberlaufbeckens am Reitweg
Im Bereich der ehemaligen Kläranlage Klein-Auheim befindet sich ein Auslauf eines Regenüberlaufbeckens. Bei Starkregen entwässert dieses Becken in den Hellenbach.
Da aus dem Becken augenscheinlich mehr Grobstoffe ausgetragen wurden als zu erwarten war, hat Hanau Infrastruktur Service (HIS) beschlossen, das vorhandene – aber offenbar überlastete Sieb – durch ein leistungsfähigeres zu ersetzen. Gleichzeitig sollte auch der bis dahin nur mit einer Tauchwand gegen Grobstoffabtrieb geschützte Klärüberlauf mit einem Sieb nachgerüstet werden.Im Rahmen der Planung wurde schließlich eine Lösung gefunden, bei der beide Überläufe zu einem einzigen zusammengefasst und mit einem neuartigen, feinen Sieb geschützt werden. Dies erforderte allerdings einen massiven Eingriff in die vorhandene Bausubstanz, die größtenteils aus dem Jahr 1996 stammt, aber auch ältere Teile aus den 1970-er-Jahren umfasst.
Nach Abschluss der Umbauarbeiten verfügt das Becken nun über eine längere Überfallkante, über die im Regenfall stark verdünntes Abwasser in den Hellenbach entlastet werden kann. Bevor es zu einem solchen Überlaufereignis kommt, müssen aber erst 2.500 m³ Rückhalteraum gefüllt werden. Da bei einsetzendem Regen nach einer längeren Trockenwetterphase Schmutz, der sich auf befestigten Flächen wie Dächern, Straßen usw. angesammelt hat, mit dem Regenwasser in die Kanalisation gespült wird, muss durch ausreichend große Auffangräume dafür gesorgt werden, dass der Schmutz nicht im Gewässer landet.
Ein noch größerer Auffangraum hätte so gut wie keine Wirkung mehr, da von sauber abgespülten Flächen auch bei längeren Regen keine nennenswerten Schmutzmengen mehr in die Kanalisation gelangen. Ein größeres Auffangvolumen hätte sogar deutliche Nachteile, da dessen Entleerung viel zu lange dauern würde.
In den Auffangräumen von Abwasserkanalisationen lassen sich insbesondere Sinkstoffe – das sind ungelöste organische und mineralische Stoffe – die schwerer als Wasser sind, zurückhalten. Problematischer sind Schweb- oder Schwimmstoffe, die ebenfalls in der Kanalisation landen. Um diese zurückzuhalten, muss neben dem Einsatz mechanisch wirkender Abscheider (Siebe oder Rechen) auch auf die Durchströmung geachtet werden.
Beim RÜB Reitweg wird der sog. Klärteil – das ist das von außen einsehbare Rundbecken – daher tangential angeströmt, so dass eine Wirbelströmung entsteht, bei der sich Sink- und Schwebstoffe in der Beckenmitte sammeln und ins Kanalnetz zurückgeführt werden können. Die Wirbelströmung wird bei nachlassendem Zulauf durch neue, an der Beckensohle angebrachte Tauchmotorrührwerke unterstützt, die für eine Aufrechterhaltung der Wirbelströmung sorgen und den Selbstreinigungseffekt des Beckens unterstützen. Absetzvolumen und hydrodynamische Abscheidung helfen aber wenig bei Schwimmstoffen wie z.B. Hygieneartikel, die über die Toilette entsorgt werden. Aus diesem Grund wurde ein neuartiges Sieb mit einem Stababstand von wenigen Millimetern eingebaut, durch das das gesamte überlaufende Wasser hindurch muss. Alle durch das Sieb zurückgehaltenen Stoffe werden wieder in den weiterführenden Kanal zum Klärwerk gegeben, wo sie aus dem Abwasser entfernt und entsorgt werden.
Weitere Umbaumaßnahmen am RÜB Reitweg tragen ebenfalls dazu bei, weniger Schmutz in den Hellenbach abzuleiten. So wurde z.B. eine Abwasserfalle installiert, die verhindert, dass bereits aufgefangene Schmutzstoffe in den Klärteil – sprich das Rundbecken – gelangen. Dies führt zu eine Entlastung des Rundbeckens und einer Erhöhung des Abscheideleistung. Insgesamt befindet sich das RÜB Reitweg heute in einem Zustand, der dem Stand der Technik entspricht, also über den Standardanforderungen liegt.

Neuanlage eines Bachabschnittes
Neben einem weitgehenden Rückhalt von ungelösten Stoffen, ist die Vermeidung von Spülstößen ein wichtiger Beitrag zum Schutz insbesondere kleiner Fließgewässer. Da es sich beim Hellenbach um ein solches handelt, musste eine Lösung gefunden werden, um die zwar relativ seltenen und kurzzeitigen, aber mit großem Strömungsdruck erfolgenden Einleitungen abzumildern. Am einfachsten schien zunächst, die Entlastungsleitung bis in den Main zu verlängern, der mit den stoßweisen Einleitungen deutlich weniger Probleme hätte als der kleine Hellenbach. Unabhängig von dem Trassenverlauf und den Kosten scheiterte diese Lösung vor allem am Hochwasserschutz.
Bei einem größeren Main-Hochwasser muss verhindert werden, dass die Ortslage von Klein-Auheim überflutet wird. Um dies sicher zu stellen, wird am Sperrwerk Geleitstraße ab einem bestimmten Hochwasserstand der Abfluss des Hellenbaches in den Main verschlossen und das gesamte Bachwasser in den Main gepumpt – zusammen mit dem Ablauf aus dem RÜB Reitweg. Würde eine direkte Rohrverbindung vom RÜB in den Main geschaffen, müssten zusätzliche Vorrichtungen zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes geschaffen werden. Lösung wäre ein separates Pumpwerk für den Abfluss aus dem RÜB, was aber unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zu vertreten ist. Insofern musste eine andere Lösung gefunden werden.
Schlussendlich ergaben die Planungen, dass eine Trennung des Bachlaufes von der Einleitestelle – unter den gegebenen Randbedingungen – die beste Lösung darstellt. Der Hellenbach erhielt ab der Einleitestelle ein neues, naturnah gestaltetes Bachbett, das als Initial für die weitere Entwicklung dient. Das alte Bachbett, das den Charakter eines Entwässerungsgrabens hatte, dient jetzt als Retentionsraum zur Dämpfung der hydraulischen Spitzen.
Die Einleitung des Überlaufwassers aus dem RÜB erfolgt nun kurz vor dem Sperrwerk in einem Bereich, der wegen der Hochwasserschutzanlagen (Sperrwerk und anschließende Verrohrung) und den übrigen Randbedingungen (Verkehrsstraßen, angrenzende Bebauung) keinen naturnahen Verlauf mehr ermöglicht.
Insgesamt wurde der anthropogen veränderte Lauf des Hellenbaches um etwa 250 m verkürzt und dem Bach mehr Entwicklungsraum gegeben. Dies ist umso wichtiger als die verrohrte Strecke und das Sperrwerk ein Hindernis darstellt, das von der Gewässerfauna überwunden werden muss. Je kürzer diese Strecken sind, umso mehr haben Lebewesen die Möglichkeit, sie zu überwinden. Durch die Verlängerung des naturnahen Verlaufes des Hellenbaches bis kurz vor das Sperrwerk wird der Fauna und Flora ein möglichst naturnaher Lebensraum geboten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Maßnahmen ist der Anschluss an den oberhalb der Einleitung bereits renaturierten Bachabschnitt, der damit vergrößert und aufgewertet wurde.

Renaturierung des Oberlaufes im Landschaftsschutzgebiet
Der Hellenbach fließt im Süden von Hanau zunächst durch das Naturschutzgebiet Untere Fasanerie, quert dann die Fasaneriestraße und die Auffahrt zur B43a, fließt durch einen Auwaldbereich und durchzieht dann auf einer Länge von 1,2 km das zum Landschaftschutzgebiet Stadt Hanau gehörende Hellental. Der Bach weist nur ein sehr geringes Gefälle auf, so dass die Fließgeschwindigkeit nur gering ist.
In früheren Jahren war der Hellenbach im Oberlauf ein sacht geschwungener Wiesenbach, der zur Entwässerung der rundum liegenden Wiesen regelmäßig tief ausgehoben wurde. In den 60er Jahren wurde der Hellenbach - wie viele andere Gewässer - begradigt und zieht seitdem als fast schnurgerades Band die Grenze zwischen Klein-Auheim und Steinheim.
Durch Aufwuchs von Erlen und Weiden entwickelte sich eine dichte Gehölzvegetation am Ufer, die das Gewässer stark beschattete und die Uferbereiche zu vergleichsweise eintönigen Gehölzbändern veränderten.

Renaturierungsabschnitte im Hellental
Ziele der Maßnahmen am Oberlauf waren Entfernung eines Teils des Gehölzbandes Aufweitung von Uferbereichen
Schaffung eines strukturreichen Gewässerrandes um möglichst vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen Lebensraum zu geben.
Die Maßnahmen wurden über das Land Hessen mit Mitteln der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu 75% gefördert.
Erste Bäume wurden im Oktober 2014 entfernt. Die eigentlichen Bauarbeiten erfolgten in der 2. Dezemberwoche.
Die Maßnahme war auf 5 verschiedene Bachabschnitte verteilt:
  • Bereich 1, südliche Landwirtschaftsbrücke
  • Bereich 2 - neue Uferlinie
  • Bereich 3 - neue Uferlinie und Amphibientümpel
  • Bereich 4 - 250 m langer Uferstreifen hinzugekauft und umgestaltet
  • Bereich 5 - nördliches Ende des Hellentals

Hellental
 
Seit Juni 2025 wird ein Teil des Krebsbachs renatouriert. Informationen zur Maßnahme erhalten Sie in der Pressemeldung vom 07.07.2025.

Badegewässer Rund um Hanau
Folgende Badegewässer gibt es in Hanau und Umgebung. Über die Wasserqualität können Sie sich auf der Seite Badeseen in Hessen des HLNUG informieren.
Der 5 ha große Kiesbaggersee mit flachem Ufer und zwei Badestränden liegt in einem bewaldeten Erholungsgebiet nördlich vom Lamboyviertel.
Der Birkensee zeigte seit 2008 vermehrt Probleme mit dem Trophiegrad. Es musste jedes Jahr im Spätsommer mit starken Beeinträchtigungen des Badebetriebes durch massive Blaualgen-Blüten gerechnet werden.
Aufgrund einer Renaturierung des Sees ist dieser seit 2012 als offizielles EU-Badegewässer abgemeldet, es findet kein Badebetrieb mehr statt.
Das Strandbad Rodenbach ist 200 m vom Ortsrand Niederrodenbachs entfernt. Spielplätze und Dauercamping-Anlagen sind vorhanden.
Der 23 ha große See eignet sich zum Schwimmen, Segeln, Surfen und Angeln.
Der Baggersee “Freigericht-West” ist aus einem altem Braunkohletagebau entstanden. Eher bekannt ist er als Krotzenburger See. Der See bietet ein Strandbad mit Sandstrand, eine große Liegewiese mit Beachvolleyballfeld und einen großen Kinderbereich.
Der Baggersee “Freigericht-Ost” liegt am Ortseingang von Kahl aus Richtung Hanau, links der B8. Er bietet einen 1,5 km langen und 15 m breiten Sandstrand. Am See gibt es über 800 Dauercampingplätze. 
Das Waldseebad Kahl ist auch bekannt als See Emma-Nord und wurde als Badesee schon 1960 eröffnet. Am See gibt es Sonnenterrassen, eine Wasserrutsche und einen Kleinkindbereich.
Ehemaliger Kiesbaggersee am Ortsausgang von Karlstein in Richtung Kahl.
Camping ist möglich.
Baggersee am Ortseingang von Alzenau aus Richtung Kahl.
7,5 ha großer Baggersee am Ortsrand, entstanden durch Sand und Kiesabbau. Flaches Ufer. Kein Camping.
11 ha großer Baggersee mit Sandstrand. Kein Camping.